Burnout Prävention Hypnose - Hypnose Leipzig

Burnout Prävention durch Hypnose

10. März 2020
Burnout Prävention Hypnose - Hypnose Leipzig

Burnout Prävention durch Hypnose

10. März 2020

Immunsystem stärken mit Hypnose – was Deine Psyche mit Deiner Abwehr zu tun hat

erstellt von Alexander Fenz am 28.03.2020 | vollständig überarbeitet am 21.09.2026


Chronischer Stress schwächt das Immunsystem – das ist seit den 1990er-Jahren gut belegt. Hypnose und Selbsthypnose setzen genau hier an: Sie senken die Stressreaktion des Körpers, lösen die Konflikte, die den Dauerstress erzeugen, und geben dem Immunsystem damit den Spielraum zurück, den es braucht. Hypnose ersetzt dabei weder Bewegung noch Schlaf noch ärztliche Behandlung – sie ergänzt sie um den Faktor, der meistens vergessen wird: die Psyche.

Dass regelmäßige Bewegung und bewusste Ernährung unsere Abwehr stärken, weiß jeder. Weniger bekannt ist, wie stark unsere seelische Verfassung mitentscheidet, ob wir krank werden oder gesund bleiben. In diesem Artikel erkläre ich, was die Forschung dazu sagt und wie Hypnose Dein Immunsystem unterstützen kann.

Dieser Artikel entstand im März 2020 zu Beginn der Corona-Zeit. Die Frage, die ihm zugrunde liegt, ist geblieben – deshalb habe ich ihn 2026 vollständig überarbeitet.


Das Immunsystem: Schutzschild des Körpers

Das Immunsystem ist die Abwehr des Körpers gegen Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten. Es ist kein einzelnes Organ, sondern ein Zusammenspiel: Haut und Schleimhäute als äußere Barriere, das Lymphsystem, der Darm, und Milliarden spezialisierter Zellen im Blut.

Der Körper hat zwei Abwehrlinien. Die angeborene Abwehr reagiert sofort und unspezifisch – Fresszellen erkennen und beseitigen Eindringlinge. Die erworbene Abwehr entwickelt sich mit der Zeit: Sie merkt sich Erreger, bildet Gedächtniszellen und kann beim nächsten Kontakt gezielt zuschlagen. Geschwollene Lymphknoten, Husten oder Schnupfen sind keine Fehlfunktion, sondern Zeichen dafür, dass diese Abwehr arbeitet.

Täglich wehrt das Immunsystem Tausende Erreger ab und beseitigt fehlerhafte körpereigene Zellen. Damit es das kann, braucht es Ressourcen – und genau die werden knapp, wenn der Körper dauerhaft im Stressmodus läuft.


Wie die Psyche das Immunsystem beeinflusst

Dass Psyche und Immunsystem zusammenhängen, ist keine These, sondern ein eigenes Forschungsgebiet: die Psychoneuroimmunologie, die seit den 1970er-Jahren untersucht, wie Nervensystem, Hormone und Abwehr sich gegenseitig beeinflussen. Prof. Norbert Müller von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) beschreibt „eine wechselseitige Beeinflussung von Zentralnervensystem, Psyche und Immunsystem“.

Der wichtigste Mechanismus ist bekannt: Bei Stress schüttet der Körper Cortisol aus. Kurzfristig ist das sinnvoll – der Körper mobilisiert Energie für eine Herausforderung. Bleibt der Stress aber über Wochen und Monate bestehen, dämpft das dauerhaft erhöhte Cortisol die Immunabwehr. Die Folge zeigte eine viel zitierte Studie von Sheldon Cohen und Kollegen, 1991 im New England Journal of Medicine veröffentlicht: Gesunde Freiwillige wurden gezielt Erkältungsviren ausgesetzt – wer vorher über hohen psychischen Stress berichtet hatte, erkrankte deutlich häufiger.

Umgekehrt gilt: Eine stabile seelische Verfassung stützt die Abwehr. Ein gesundes Selbstwertgefühl, Lebensfreude, ein stabiles soziales Umfeld und das Gefühl, das eigene Leben beeinflussen zu können, gehören ebenso zu einem starken Immunsystem wie Schlaf, Bewegung und Ernährung. Die Psyche ist keine Nebensache – sie ist einer der Hebel.


Wie Hypnose das Immunsystem unterstützen kann

Hypnose wirkt auf das Immunsystem nicht direkt, sondern über den Weg, den die Forschung beschreibt: über die Stressreaktion. In der hypnotischen Tiefenentspannung fährt das Nervensystem vom Alarm- in den Erholungsmodus, der Cortisolspiegel sinkt, der Körper bekommt die Ressourcen zurück, die er im Dauerstress für die Abwehr nicht hat. Das allein ist schon ein Effekt, den Du meist schon in der ersten Sitzung spüren kannst.

Der zweite Weg geht tiefer. Dauerstress hat meist Ursachen, die nicht im Kalender stehen, sondern im Unbewussten: ungelöste Konflikte, alte Ängste, Verantwortungsübernahme, Antreiber wie „Ich darf nicht schwach sein“. Solche Themen sind unterschwellige Energiefresser. In der Hypnose können wir sie aufspüren und bearbeiten – dabei können Ängste gelöst, innere Sicherheit aufgebaut und neue Perspektiven verankert werden. Fällt die Ursache des Dauerstresses weg, fällt auch die Dauerbelastung für die Abwehr weg.

Der dritte Weg nutzt eine Besonderheit der Hypnose: die Arbeit mit inneren Bildern und Suggestionen. In Trance lässt sich die Vorstellung eines starken, aktiven Immunsystems sehr konkret erleben. Ob und wie stark solche Vorstellungen die Abwehr messbar beeinflussen, ist Gegenstand der Forschung – dazu gleich mehr. Sicher ist, dass sie die Erwartungshaltung und das Körpergefühl verändern, und beides gehört zu den Faktoren, die die Forschung als immunrelevant beschreibt.


Was sagt die Wissenschaft?

Die Forschung zu Hypnose und Immunsystem ist kleiner als die zu Stress und Immunsystem, aber es gibt sie. Die Deutsche Gesellschaft für Hypnose (DGH) stellte 2003 in einer Expertise empirische Daten zur Hypnosetherapie zusammen, darunter eine Übersicht von Erich Flammer und Prof. Dr. Walter Bongartz von der Universität Konstanz zum „Einfluss von Hypnose auf immunologische Prozesse“. In den dort gesammelten Fallstudien zeigten sich unter Hypnose Veränderungen im Blutbild – etwa bei der Zahl der Leukozyten, Lymphozyten, B-Zellen und T-Helferzellen, die zentrale Aufgaben in der Immunabwehr haben.

Die bekannteste kontrollierte Studie stammt von Janice Kiecolt-Glaser und Kollegen von der Ohio State University, 2001 veröffentlicht im Journal of Consulting and Clinical Psychology. Medizinstudierende wurden vor einer Prüfungsphase in Hypnose und Selbsthypnose zur Entspannung trainiert. Während der Prüfungen fielen die Immunwerte der untrainierten Vergleichsgruppe deutlich ab – bei der Hypnosegruppe blieb dieser Einbruch weitgehend aus. Und: Wer häufiger übte, hatte die stabileren Werte.

Was diese Ergebnisse bedeuten und was nicht: Hypnose kann die stressbedingte Schwächung der Abwehr messbar abmildern. Sie ist kein Ersatz für Impfungen, Medikamente oder ärztliche Behandlung, und sie heilt keine Immunerkrankung. Sie nimmt dem Immunsystem einen Gegner – den Dauerstress.


Am wirksamsten: Hypnose und Selbsthypnose kombiniert

Die Studienlage bestätigt, was ich in meiner Praxis in Leipzig sehe: Am wirksamsten ist die Kombination. In der Hypnose lösen wir zunächst die Ursachen – Stress, unbewusste Konflikte, Ängste – und verankern im Unbewussten konkrete Anregungen für ein starkes Immunsystem.

Die Selbsthypnose ist danach Dein Werkzeug für den Alltag. Mit ihr kannst Du aufkommendem Stress selbst entgegenwirken, Ängste schon in der Entstehung stoppen und Deinem Immunsystem regelmäßig positive Impulse geben – genau das, was in der Studie von Kiecolt-Glaser den Unterschied machte. Wie Du Selbsthypnose lernst, beschreibe ich Schritt für Schritt in meinem Artikel über Selbsthypnose.

Zusammen mit ausgewogener Ernährung, Bewegung, frischer Luft und ausreichend Schlaf können Hypnose und Selbsthypnose eine sehr effektive Ergänzung sein, um Deine Abwehr bestmöglich zu unterstützen. Beides lässt sich übrigens problemlos per Video durchführen – mehr dazu auf meiner Seite zur Online-Hypnose.


Fazit

Dein Immunsystem ist so stark wie die Bedingungen, die Du ihm gibst – und die Psyche gehört zu diesen Bedingungen. Chronischer Stress ist einer der am besten belegten Schwächungsfaktoren, und genau dort setzt Hypnose an. Wenn Du merkst, dass Dauerstress Dich anfälliger macht, oder wenn Du Selbsthypnose als Werkzeug für Deine Gesundheit lernen möchtest, buche einfach ein kostenfreies Erstgespräch.


Kurz beantwortet: Häufige Fragen zu Hypnose und Immunsystem

Kann Hypnose das Immunsystem stärken?

Hypnose kann die stressbedingte Schwächung des Immunsystems abmildern. Sie senkt die Stressreaktion des Körpers und bearbeitet die Ursachen von Dauerstress. Eine kontrollierte Studie von 2001 zeigte, dass Hypnose-Training den Abfall der Immunwerte in Prüfungsphasen weitgehend verhinderte.


Schwächt Stress wirklich die Abwehr?

Ja. Dauerhaft erhöhtes Cortisol dämpft die Immunabwehr. In einer Studie von 1991 erkrankten Menschen mit hohem psychischem Stress nach Kontakt mit Erkältungsviren deutlich häufiger als entspannte Teilnehmer.


Ersetzt Hypnose Impfungen oder Medikamente?

Nein. Hypnose ergänzt ärztliche Behandlung, sie ersetzt sie nicht. Ihr Beitrag ist, dem Immunsystem den Dauerstress als Gegner zu nehmen.


Quellen

  • Cohen, S., Tyrrell, D. A. J., Smith, A. P. (1991): Psychological stress and susceptibility to the common cold. New England Journal of Medicine, 325, 606–612.
  • Kiecolt-Glaser, J. K., Marucha, P. T., Atkinson, C., Glaser, R. (2001): Hypnosis as a modulator of cellular immune dysregulation during acute stress. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 69 (4), 674–682.
  • Ader, R., Cohen, N. (1975): Behaviorally conditioned immunosuppression. Psychosomatic Medicine, 37, 333–340.
  • Deutsche Gesellschaft für Hypnose (2003): Expertise zur Hypnotherapie, darin Flammer, E., Bongartz, W.: Einfluss von Hypnose auf immunologische Prozesse.
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